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Vereinsziele
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Gründung der Erich-Schairer-Journalistenhilfe durch Agathe Kunze-Schairer:
Januar 1982 Gründung als eigenständiger, gemeinnütziger Verein Ziele des Vereins:
(siehe Satzung). Förderung der Weiterbildung von Journalisten, insbesondere des journalistischen Nachwuchses in Baden-Württemberg durch Ausschreibung eines jährlichen Preises auf dem Gebiet von Glosse, Kommentar und Kleinem Feuilleton und Unterstützung wissenschaftlicher Projekte im Bereich Publizistik. (siehe Ausschreibung). |
Veronika Burger
Begrüssung Erich-Schairer-Preis 2008am 10.November 2008, 20 Uhr, in der Stadtbücherei Stuttgart, WilhelmspalaisMeine Damen und Herren, im Namen des Vorstandes der Erich-Schairer-Journalistenhilfe darf ich Sie herzlich zur Verleihung des Erich-Schairer-Preises 2008 willkommen heißen. Er wird in diesem Jahr zum 11. Mal vergeben.Mit der seit 1998 jährlichen Auslobung eines Preises für die „Kleinen Formen" journalistischen Schreibens, möchte die Journalistenhilfe -unterstützt von der Stuttgarter Zeitung - einen Beitrag zur Nachwuchsförderung eines Berufes leisten, zu dessen vorbildlichen Vertretern Erich Schairer zu rechnen ist. Die Stuttgarter Zeitung, deren Mitherausgeber Erich Schairer von 1946 bis zu seinem Tode 1956 war, unterstützt den Preis als Ausdruck der Wertschätzung einer journalistischen Arbeit, die auch in schwierigen Zeiten von Wahrhaftigkeit, Mut und Engagement getragen war. Die Würdigung des facettenreichen publizistischen Lebenswerks von Erich Schairer gibt Anregungen und setzt zugleich Maßstäbe. Sein beharrlicher Kampf um das Recht auf freie Meinungsäusserung als Fundament der Demokratie, seine unerschrockene Standhaftigkeit gegenüber dem Nationalsozialismus, die mutige politisch-aufklärerische Haltung, wie er sie auch in seiner von 1920 bis 1937 herausgegebenen „Sonntags-Zeitung" öffentlich vertrat, hatten für ihn Berufsverbot, Einstellung der Zeitung und Verfolgung zur Folge. Im Zuge der Neugestaltung des Zeitungswesens durch die Alliierten seit 1946 als Mitherausgeber der STZ eingesetzt, war es ihm ein unabdingbares Anliegen, durch anspruchsvolles Schreiben und zutreffende Darstellung zur gesellschaftlichen Erneuerung beizutragen, indem er die politische Sensibilisierung der Leser förderte. Mit der im Gedenken an ihren Vater 1973 gegründeten Journalistenhilfe hat seine Tochter Agathe Kunze-Schairer eine Einrichtung geschaffen, die verantwortungsvolle journalistische Arbeit unterstützt. Die Nachwuchsförderung nimmt dabei einen hervorragenden Platz ein. Ein weiterer Schwerpunkt der Tätigkeit der Journalistenhilfe ist die unkonventionelle Unterstützung unverschuldet in Not geratener Journalisten. Sie soll beruflich bedingte und zeitlich begrenzte schwierige Lebenssituationen überbrücken helfen. Verwurzelt ist die Journalistenhilfe in der Biographie Erich Schairers. Nach dem Theologie- und Philosophie-Studium und einer kurzen Tätigkeit als Vikar trat Schairer aus der Kirche aus. Zweifel am kirchlichen Dogma und die von ihm empfundene Diskrepanz zwischen Lehre und Staatstreue der Kirche waren die Beweggründe. Er tauschte die Kanzel mit dem Schreibtisch des Redakteurs. Seine Promotion über „Christian Friedrich Daniel Schubart als politischer Journalist" hat ihn darin bestärkt, ebenso wie seine Freundschaft zu Christoph Schrempf, der wegen seiner freien Ansichten 1892 aus dem Pfarramt entlassen worden und 1909 aus der Kirche ausgetreten war. Schairer schreibt 1912 in einem Brief an den Freund Erich Blaich, den Dr. Owlglaß des „Simplizissimus" über seine neue Tätigkeit: „Meine Zeitung - (gemeint ist der Reutlinger Generalanzeiger, bei dem er eine Anstellung als Redakteur gefunden hatte) meine Zeitung freut mich. Im allgemeinen. Der Gehalt von M 25.- pro Monat ist nicht königlich, aber genügt. Druckerschwärze riech ich gern, Papier auch. Eine Doppelrotationsmaschine ist etwas herrliches! Hier ist mein Beruf, das hab ich schon gemerkt. Dabei bleiben wir.-" Eine der Maximen, die sein journalistisches Wirken bestimmten, hieß „Zum selbständigen Denken erziehen". Schairer setzte Jahre später an anderer Stelle den in diesen Zeilen enthaltenen Gedanken fort „Die Welt von heute...braucht... das freie, unabhängige Wort wie das tägliche Brot." Kompromisslos mit allen Folgen für Leib und Leben hat er diesen Gedanken verfolgt. Nach einem Zerwürfnis mit dem Verleger der Heilbronner Stimme, -die Leitung des Blattes hatte er im Dezember 1917 von Theodor Heuss übernommen- wurde Schairer mit Beginn des Jahres 1920 sein eigener Verleger, Redakteur, Korrektor, Inseratensammler und Werbemann, und fuhr freitags seine eigene Zeitung, die „Heilbronner Sonntags-Zeitung", mit dem Handwägele zum Heilbronner Hauptpostamt. Will Schaber, seit 1923 Schairers erster Volontär, berichtet von dieser Arbeitsweise als Zeugnis für Schairers unbeugsamen Willen, trotz aller Schwierigkeiten sein Blatt unter die Leute zu bringen. Die „Sonntags-Zeitung", wie der Titel seit 1922 lautete, wurde nach Schaber zu einem der „profiliertesten Organe der Weimarer Republik". Dass eine Zeitung wie die „Sonntags-Zeitung" in jener Zeit Überlegungen zu einem vereinten Europa publizierte, in Zusammenarbeit mit Walther Rathenau und Wichard von Moellendorff eine maßvolle Planwirtschaft propagierte, ferner Warnungen formulierte, dass an die Stelle des „Raubbaus an der Natur... die planmäßige Pflege der Schätze dieser Erde" (zit. nach Schaber) treten müsse, verschaffte ihr viele Anhänger und etliche treue Mitstreiter, hatte aber auch seinen Preis, zumal Schairer sogar eine „inseratenlose" Zeitung anstrebte, um deren Unabhängigkeit zu garantieren. Existenzsorgen waren der ständige Begleiter. Verbot der Zeitung, Schreibverbot, erzwungener Verkauf der Zeitung waren nach 1933 zu erwarten und lagen in der Sache und in der Person des Herausgebers begründet. Kompromisslosigkeit in Fragen des Gewissens, hartnäckiges Festhalten am Recht auf freie Meinung, deren Äusserung und Verbreitung, die Verpflichtung, soziale Gerechtigkeit und politische Gleichheit einzufordern, haben dazu geführt, daß Schairer seinen journalistischen Weg mehrfach neu beginnen mußte und er ständig auf der Suche nach einer wirtschaftlichen Basis war, die seine Unabhängigkeit als Zeitungsmann garantieren konnte. Eine gesicherte Existenz für sich und seine Familie zu schaffen, gelang selbst nach der Gründung der eigenen Zeitung nicht. Im Zusammenhang der Neuordnung der Presse nach dem 2. Weltkrieg wurde Erich Schairer 1946 die Mitherausgeberschaft der Stuttgarter Zeitung angetragen. Wie wenig die Leser in der Anfangszeit des Wiederaufbaus und der Adenauer-Regierung „eine denkerische Herausforderung durch eine freie Presse schätzten" (Schaber) muß ihn gekränkt haben, doch hat ihn weder der Mut noch der Elan verlassen, seine Leser zu selbständigem Denken zu erziehen. Die Zeiten haben sich geändert. Welch stürmischen Protest die Übernahme einer ganzen Zeitung durch einen potenten Financier, der nicht vom Fach ist, bei Erich Schairer ausgelöst hätte, läßt sich denken. Heißen die Despoten, denen man nach dem Munde reden muß und gegen die seinerzeit Schubart mit Worten „Feuer schleudern" wollte, heute Wirtschaftlichkeit und Rendite? Kann da noch „Freie Presse" existieren? Oder ist die Zeitung schon tot? Auf diese Frage wird uns Herr Dr. Prantl eine Antwort geben. |
Begrüssung Erich-Schairer-Preis 2005am 7. November 2005, 20 Uhr, in der Stadtbücherei Stuttgart, Max-Bense-SaalMeine Damen und Herren, im Namen des Vorstandes der Erich-Schairer-Journalistenhilfe e.V. darf ich Sie herzlich zur Verleihung des Erich-Schairer-Preises 2005 willkommen heißen, der in diesem Jahr zum 8. Mal vergeben wird.Die Erich-Schairer-Journalistenhilfe,1971 im Gedenken an ihren Vater von Agathe Kunze-Schairer gegründet, dotiert den Preis zusammen mit der Stuttgarter Zeitung. Mit der seit 1998 jährlichen Auslobung eines Preises für kleine Formen journalistischen Schreibens möchte die Journalistenhilfe einen Beitrag zur Nachwuchsförderung eines Berufes leisten, den Erich Schairer mit Leidenschaft und Engagement ausgeübt hat. Wie in den vergangenen Jahren soll in meiner Begrüßung ein Aspekt seines publizistischen Wirkens beleuchtet werden: sein unermüdlicher Kampf um eine unabhängige und freie Presse. Eine kompromisslose aufklärerische Haltung ließ E.S. 1919 wegen einer Meinungsverschiedenheit mit dem rechts orientierten Verleger der Heilbronner "Neckar-Zeitung" den Posten des Chefredakteurs mit sofortiger Wirkung aufgeben. Dies führte zur Verwirklichung eines lang gehegten Planes, der Gründung einer eigenen Zeitung. Sie sollte, um ihre Unabhängigkeit zu bewahren, ohne jedes Inserat auskommen. Im Januar 1920 erschien die erste Ausgabe der Sonntags-Zeitung, ein Wochenblatt im Berliner Format, in einer Auflage von 600 Stück. Erich Schairer war zunächst sein eigener Verleger, Redakteur, Sekretär, Inseratenchef, Abonenntenwerber, Streifbandschreiber und Postlaufbursche. Adam Heller, Robert Rauschnabel, Katzenwadel u.a. waren seine Pseudonyme für sozusagen virtuelle Mitarbeiter. Nachdem er zunächst aus finanzieller Not denKompromiss eingegangen war, die selbst acquirierten Annoncen doch aufzunehmen, kann Schairer 1926 die inseratenfreie Zeitung feiern : "Seit dem fünften Jahrgang erscheint in der Sonntags-Zeitung kein Inserat mehr, und es wird keines in ihr erscheinen, solange ich sie herausgebe." (a.a.O.,S.8) Er fährt fort: "Das Inseratenwesen ist, wie schon Lassalle gepredigt hat, in erster Linie schuld an der Minderwertigkeit unserer Zeitungen. Wie kann ein Blatt dem öffentlichen Interesse dienen, das gleichzeitig über den Inseratenteil jedem zahlungsfähigen Privatinteresse zur Verfügung steht"? (a.a.O.) In einem programmatischen Einführungsartikel schreibt Erich Schairer, daß seine Zeitung dem Geiste des Sozialismus und der Demokratie dienen werde, und bekräftigt einige Jahre später in seinem Jahrbuch "Mit anderen Augen": "Als Oppositionsblatt ist die Sonntags-Zeitung gegründet und bisher geführt worden, und sie gedenkt auch darin zu verharren. Sie opponiert, kurz gesagt, gegen die herrschende Richtung im gesamten öffentlichen Leben des Vaterlandes, in Presse, Politik, Wirtschaft und sogenannter "Kultur", die man unter Schlagworten wie Nationalismus, Kapitalismus, Klerikalismus und dergleichen zu verstehen pflegt. Sie wehrt sich gegen diese Mächte...weil ihr Herausgeber von deren Verlogenheit, Gemeinheit und Dummheit täglich greifbare Beweise vor sich hat und dem Bedürfnis nicht zu widerstehen vermag, dem Ausdruck zu verleihen. Sobald die Welt, in der ich lebe, vernünftig, anständig und wahrhaftig zu werden anfängt, werde ich die Sonntags-Zeitung eingehen lassen .... (Zit." Mit anderen Augen" S.11). In Würdigung "eines der lebendigsten Journale der Weimarer Zeit" (zit. Gordon Craig) und der facettenreichen publizistischen Tätigkeit Erich Schairers hat Manfred Bosch 1989 eine Auswahl aus Artikeln der Sonntagszeitung 1920-1933 unter dem Titel "Mit der Setzmaschine in Opposition" herausgebracht und den kürzlich verstorbenen amerikanischen Historiker Gordon Craig für ein Vorwort gewinnen können. Dieser schreibt , daß sich der Leser "zurückversetzt [findet] in die krisengeladene Atmosphäre der Weimarer Republik, mitten hinein in die Verflechtungen der damals fast unlösbaren politischen und wirtschaftlichen Probleme; sie enthüllt die sich immer mehr verringernden Chancen damals und die mißverstandenen bzw. versäumten Gelegenheiten, den Zusammenbruch aller Werte, den Verfall bürgerlicher Tugenden und die letztendliche Kapitulation vor den Mächten der Irrationalität und des Terrors. Wer sich mit der heutigen Zeitungspresse beschäftigt, für den stellt diese Auswahl die Geschichte eines mutigen Versuchs dar, journalistische Unabhängigkeit zu behaupten zu einer Zeit, da Zeitungsmonopole und Pressekonzentration - sogar schon vor dem Sieg des Totalitarismus - die Zeitungen einander anglichen, ihre Vielfalt unterdrückten und die Pressefreiheit ganz allgemein so einschränkten, daß es für eine individuelle Stimme fast unmöglich wurde, gehört zu werden. Für den Bürger der Bundesrepublik Deutschland schließlich ist diese Auswahl ein Anlaß, über die politische Lage der heutigen Gesellschaft nachzudenken: Obwohl uns immer wieder versichert wird, daß Bonn nicht Weimar sei, gibt es doch mehr als genügend Hinweise dafür, daß die Bundesrepublik nicht frei ist von jenen Übeln, die schon einmal zum Untergang der Demokratie beigetragen haben - wie Verletzung von Anstand und Ehrlichkeit in der Parteipolitik, öffentliche und private Korruption, bürokratische Anmaßung und Unfähigkeit, und in kritischen Zeiten immer wieder einmal die Bereitschaft zur Einschränkung von Grundrechten. Gerade deshalb ist es wichtig, durch eine solche Auswahl daran erinnert zu werden, welch schlimme Folgen es haben kann, wenn solchen Mißständen nicht entgegengetreten wird." (Zitat S. 17) Wie hätte sich Erich Schairer heute ins Zeug gelegt, angesichts des durch den Blätterwald fegenden Windes Boulevardisierung, der um sich greifenden Heuschreckenplage und ihrer alles vernichtenden Höllenhunde Effizienz, Zeitoptimierung und Gewinnmaximierung? Die scharfe Analyse des Zeitgeschehens und die warnende Stimme, die Erich Schairer und seine Mitarbeiter unerschrocken gegenüber dem aufkommenden Nationalsozialismus erhoben, blieben nicht ohne Folgen: Zensur, Berufsverbot, Einstellung seiner Zeitung und Verfolgung seiner Person. Im August 1934 mußte die Schriftleitung, 1936 die Verlagsrechte der Sonntags-Zeitung an einen den Nationalsozialisten genehmen Journalisten übergeben werden, Schairers Artikel erschienen anonym, er und seine Mitarbeiter tarnten ihre Sprache und Inhalte durch scheinbar unverfängliche Themen, durch Zitate aus der klassischen Dichtung, ausanderen Zeitungen oder kommentarlose Notizen. Anfang 1937 mußten die Verlagsrechte in andere Hände gegeben werden, die Sonntags-Zeitung erschien noch einige Male und wurde dann wegen mangelnder Papierbewilligung ganz eingestellt. Im Zuge der Neugestaltung des Zeitungswesens durch die Alliierten wurde E.S. ab 1946 als Mitherausgeber der STZ eingesetzt. Er sah sich erneut vor die Frage gestellt, welche Interessen, wieviel Einfluß ein Industriebetrieb in einer Zeitung durchsetzen will und wird, an der er finanziell beteiligt ist? War die Zeit für eine Neuauflage der Sonntags-Zeitung gekommen? Denn nach wie vor war es Erich Schairer ein dringliches Anliegen, durch verantwortungsbewußten Journalismus und anspruchsvolle Schreibkultur zur gesellschaftlichen Erneuerung und politischen Sensibilisierung seiner Leser beizutragen. Sein einstmals kämpferisches Verhalten war gedämpfter, seine emphatische Kritik wurde gelegnetlich etwas schulmeisterlich, nie hat er jedoch sein aufklärerisches Anliegen verleugnet und die Lust an der Auseinandersetzung verloren. Gordon Craig hat im Rückblick den Stil der Sonntags-Zeitung beschrieben als "Konzis in der Diktion, nüchtern in Stil und Argumentation, phantasievoll und voller Witz in der Darstellung, unorthodox in der Anschaung, messerscharf in der politischen und sozialen Analyse." Diese Einschätzung würdigt Schairers lebenslanges unermüdliches Ringen um die Sprache, die als Vermittlerin von Inhalt und Bedeutung nicht sorgfältig genug beachtet werden kann.Die Pflege der Form, der Grammatik und des Stils ist ein Kriterium der Professionalität und eine Höflichkeit dem Leser gegenüber. Denn welche Bedeutung er dem Dialog mit dem Leser beimass, zeigt seine, von einem pädagogischen Bemühen getragene Beurteilung aus dem Jahre 1926: "Der Leser, den ich am liebsten habe, ist der einfache, der unverbildete "Mann auf der Straße". Und es ist meine und meiner Mitarbeiter Unzulänglichkeit, wenn die Zeitung nicht immer so geschrieben ist, daß er ihren Inhalt aufzufassen vermag. Es ist nämlich für unsereinen, der sich den Jargon der sogenannten "Gebildeten" angewöhnt hat, gar nicht so einfach, ein gutes Deutsch ohne Fremdwörter zu schreiben. In diesem Punkt, dem der Gemeinverständlichkeit, sollte es mit der Sonntags-Zeitung noch besser werden." (Zit. "Mit anderen Augen", S.12) In diesem Sinne hat er auch in der STZ eine regelmäßige Glosse publiziert unter der Überschrift "Fünf Minuten Deutsch". Die Aktualität der Gedanken von Erich Schairer läßt sich an der Aktualität im Umgang mit Sprache noch heute festmachen. Journalistische Verantwortung ist gefragt, wenn wir uns von griffigen Wörtern und Slogans bestechen lassen und schleichend an falsche Inhalte gewöhnen. Nachwuchsförderung im Sinne Erich Schairers heißt deshalb auch Förderung des Sprachbewußtseins und Schärfung der Aufmerksamkeit im Umgang mit der Sprache, die wegen der "Optimierung der Zeitabläufe", manchmal zu verschlampen droht. Es ist uns gelungen, Herrn Skasa-Weiß als Festredner zu gewinnen, damit er unter die Lupe nimmt, was sein empfindliches Sprachgefühl und ausgeprägter Spürsinn im Dschungel der Formulierungen aufgestöbert hat und soden Stellenwert der Sprache für den heutigen Journalismus neu formuliert. Ich begrüsse Herrn Skasa-Weiß sehr herzlich in unserer Mitte, und darf Sie nun bitten, Ihre Aufmerksamkeit seinem Vortrag zuzuwenden. |