Erich Schairer Journalistenhilfe e.V.







Leider müssen wir uns verabschieden.

Der Verein ist aufgelöst und wurde am 21. Mai 2015 aus dem Vereinsregister des Amtsgerichts Stuttgart gelöscht.

Für Ihr Interesse an unserer Arbeit danken wir herzlich.

Wir möchten Ihre Aufmerksamkeit lenken auf

ZEITENSPIEGEL-REPORTAGESCHULE



Die Zeitenspiegel-Reportageschule Günter Dahl ist eine Einrichtung der VHS-Reutlingen GmbH in Zusammenarbeit mit der Reportageagentur Zeitenspiegel.
Sie finanziert sich aus Schulbeiträgen und wird von Sponsoren und durch das Land Baden-Württemberg gefördert.










16. Preisverleihung am 27. Oktober 2014 im Linden-Museum Stuttgart

Preisrednerin: Sibylle Thelen

Preisträger 2014




v.l.n.r.: Michael Beuther, Dr. Elisabeth Kuhn, Kristina Petry
(i.V. Annegret Jacobs), Moritz Siebert, Sibylle Thelen

1. Preis

Wert und Preis eines Konzerts

Da saßen Sie neulich also, unbekannte Frau, im Sinfonie-Konzert neben mir und klagten, so ein Konzertbesuch sei ja ganz schön teuer. 25 Euro mussten Sie bezahlen. Ich pflichtete Ihnen nicht bei. Als Kritiker bekomme ich Pressekarten umsonst und habe über Eintrittspreise keinen Überblick. "Kann man sich drüber streiten", murmelte ich. Was ein Konzertbesuch eigentlich wert sei, sagten Sie dann für meinen Geschmack etwas zu schnippisch, das könne man ja sicher ausrechnen. Ja. Kann man. Und da Sie es nicht gemacht haben, nahm ich mich der Sache mal an. Was ein Konzert wert ist und was es kostet, das interessierte mich dann nämlich auch.

73 800 Besucher zählte die Philharmonie in den vergangenen Jahren im Schnitt pro Saison, das sind bei 111 gespielten Konzerten durchschnittlich 665 Besucher. Diese bezahlen Eintrittspreise zwischen 33 (für beste Parkettplätze im Sinfoniekonzert) und 3,50 Euro (für ermäßigte Matinee-Tickets). Wenn man das umschlägt, spült das im Schnitt pro Konzert 10 200 Euro in die Kasse.

Das ist, Ihrer Ansicht nach, unbekannte Frau, der maximale Wert eines Konzerts. Sie liegen falsch. Die Württembergische Philharmonie benötigt einen Gesamtetat von 5,7 Millionen Euro im Jahr. Im Schnitt kostet ein Konzert also 51 351,35 Euro. Und da hakt ihre Rechnung schon: Das ist das Fünffache! Ein Konzertbesuch kostet das Fünffache von dem, was Sie dafür bezahlt haben, unbekannte Frau! Wie das geht, wollen Sie jetzt wahrscheinlich wissen. Ich erkläre es Ihnen gerne. Etwas mehr als 20 Prozent ihres Etats finanziert die Philharmonie selber. 2,2 Millionen Euro steuert das Land bei, umgerechnet also 18 886 Euro pro Konzert, und damit 28,66 Euro für jeden Besucher. Im Schnitt wohlgemerkt. Ein Sinfonie-Konzert zählt zu den teuersten Veranstaltungen der Philharmonie. Für Ihren Platz hat das Land 48,25 Euro bezahlt.

Sie können das nun so verstehen, dass Ihnen das Land 48,25 Euro schenkt, damit Sie ins Konzert gehen können. Verstehen Sie es aber lieber so, dass das Land 48,25 Euro investieren muss, um Ihnen den Besuch zu ermöglichen. Mit ihren 25 Euro und den 48,25 Euro vom Land wären wir bei 73,25 Euro. Das langt noch nicht. Die Stadt hilft nach mit 2,25 Millionen Euro im Jahr, also 20 270,27 Euro pro Konzert, bedeutet 30,49 Euro pro Besucher. Richtig. Wieder nur ein Durchschnittswert. Ihr Konzertplatz ist teurer, der war der Stadt 49,34 Euro wert.

Wenn Sie mitgerechnet haben, ist Ihnen wahrscheinlich aufgefallen, dass das immer noch nicht ganz reicht Auch der Landkreis hilft etwas nach, genauer gesagt mit 96 100 Euro im Jahr, umgerechnet also im Schnitt mit 1,30 Euro für jeden Konzertbesucher und speziell für Ihren Besuch mit 2,11 Euro. Sie vermuten es schon, gell? Da fehlt immer noch was! Nämlich genau 30 Cent. Und Sie werden es nicht glauben, wer die beisteuert: Die Stadt Tübingen. Ja, richtig, Tübingen! Mit 22 500 Euro pro Jahr unterstützt die Stadt die Philharmonie, Ihren Besuch mit den fehlenden 30 Cent.

Wie gesagt, unbekannte Frau, man kann sich drüber streiten, ob 25 Euro teuer ist. Aber wenn Sie mal wieder Geld sparen wollen, kommen Sie doch nächstes Mal ins Konzert und kaufen ein Ticket, das 33 Euro kostet. Das ist nämlich 165 Euro wert.

Autor: Moritz Siebert


Erschienen: Schwäbisches Tagblatt, 16. Februar 2013



v.l.n.r.: Michael Beuther, Kristina Petry (i.V. Annegret Jacobs), Moritz Siebert

2. Preis

Le tour de Münschingän

Chères municipalités!

'eute wollen wir Sie darauf vorbereiten, dass das Strohgäu bald zum Rundkurs für Autofahrer aus ganz Fronkreisch wird. Vielleicht weil gerade die Tour der France begonnen 'at? Jedenfalls will sisch der Gemeinderat von Korntal-Münschingän auch bald mit einer Rundfahrt beschäftigen: mit der Planung eines turbo-rond-point, eines Turbokreisels an der rue Korn-west'eim in Münschingän, Le débat zu diesem Thema dreht sisch schon seit einiger Zeit im Kreis, n'est-ce pas?

Joachim Winter von der CDU 'at gesagt: Der Turbokreisel ist gut, und Deutsche können darin mindestens genauso gut fahren wie Franzosen. Otto Koblinger von den Freien Wählern 'at gesagt, dass die Franzosen sogar bestimmt bald von den Deutschen lernen können, wie man turbo-rond-point fährt. Darauf 'at Viola Noack von der FDP gesagt, dass es wohl nicht auf die nationalité ankommt, ob man als Autofahrer in dem turbo-rond-point zurecht kommt.

Wir als aufklärerische Kolumne finden: Das sollte man untersuchen. Wir 'aben deswegen une délégation aus der cité jumclée, aus Mirande, eingeladen. Dann wollen wir doch mal se'en wer besser im Kreis fahren kann. Une prognose, c'est difficile: Die Franzosen 'aben zwar die Tour de France erfunden, aber die Deutschen das Auto. Alors, so ist das mit den Kreisen - sie 'aben keinen Anfang und kein Ende. Ainsi soit-il!

Autor: Annegret Jacobs


Erschienen: Strohgäu-Extra, 29. Juni 2013



v.l.n.r.: Michael Beuther, Dr. Elisabeth Kuhn, Kristina Petry
(i.V. Annegret Jacobs), Moritz Siebert, Veronika Burger

3. Preis

Bäcker am Zuge

Neulich in der Früh kurz vor halb sechs am Gmünder Bahnhof. Einer der im Preis enthaltenen Zugausfälle. Die sibirische Kälte lockt die Fahrgäste ins Bahnhofsgebäude. Dort wird klar: Hinter den Zugausfällen muss der Bäcker stecken! Denn wie viel weniger Umsatz würde der machen, wenn alle Züge pünktlich wären? Seid mal ehrlich, Ihr Bäcker: Nachts wird gebacken, dann geht Ihr zum Stellwerk und hustet jede Lok an, bis eine nach der anderen in sich zusammenfällt, oder?! Dabei wäre die Lösung für den Grube in Berlin (das ist der andere Bahnhofsbäcker, also der, der die richtigen Bahnhöfe baut, aber keine Züge fahren lässt) so einfach. Müsste er doch einfach den Bäcker die Züge bauen lassen. Aus bestem ostälblerischem Weizenteig. Erstens sind die günstiger. Zweitens schmecken die wenigstens. Und drittens: Fahren können die auch nicht!

Autor: Michael Beuther


Erschienen: Schwäbische Post, 8. Februar 2012








ERICH-SCHAIRER-PREIS 2014


Preisverleihung
27. Oktober 2014
20.00 Uhr

Lindenmuseum Stuttgart

Wanner-Saal

Festvortrag: Sibylle Thelen
Landeszentrale für politische Bildung Stuttgart



Ausschreibung 2014





Zum 125. Geburtstag von Erich Schairer




Kurt Oesterle "Ein schwäbischer Karl Kraus".
Mit freundlicher Genehmigung von Kontext:Wochenzeitung






Erich-Schairer-Preis 2012

Einladung zur 15. Preisverleihung
am Dienstag, den 6. November 2012
Linden-Museum, Hegelplatz 1, 70174 Stuttgart, Wanner-Saal

Empfang: 19.45 Uhr
Beginn: 20.00 Uhr
Ende: 22.00 Uhr

Begrüßung: Veronika Burger

Festvortrag: Werner Birkenmaier, Stuttgarter Zeitung, ehem. Leiter Ressort Politik

    Aufklärung contra Aufkläricht - Pressefreiheit gegen Preßfrechheit

Würdigung der Preisträger durch Sibylle Krause-Burger
Verleihung der Preise
Kleiner Imbiss